Es reicht wieder nur zu Satzgewinnen - Nun ist Psychologie gefragt
  31.01.2020

„Jetzt werden  wir intensive Gespräche  führen“, erklärt Trainer Dominic von Känel an. Jeweils 1:3 verloren die in der Zweiten Bundesliga Süd noch sieglosen jungen Spieler aus dem Volleyball-Internat Frankfurt ihre beiden letzten Spiele.

„Es ist immer wieder das gleiche Problem. Die individuelle Qualität ist vorhanden. Spielerisch können die Jungs mit jedem mithalten, sie schaffen es aber nicht, konstant ihre Leistung abzurufen. Uns fehlen Persönlichkeiten mit Sieger-Qualitäten“, so der Coach. Die Spieler  schaffen es nicht, mit der Drucksituation umzugehen. Sie spielen einen starken Satz, doch sobald es nicht läuft, sacken sie zusammen, verlieren meistens durch leichte Fehler mehrere Punkte in Folge. „Das ist nicht vorrangig die fehlende Erfahrung der Jugendlichen und Junioren, die das Team bilden. Die Spieler passen in der Mentalität nicht zusammen. Untereinander fehlt die Harmonie“, beklagt von Känel, der deshalb für diese Woche Gespräche mit der Mannschaft ankündigte, in denen diese Probleme angegangen werden sollen.

Beim 1:3 (13:25, 25:20, 16:25, 21:25) in Mainz gegen die TGM Gonsenheim begann diagonal zum Steller Justus Lembach Simon Torwie, außen spielte Kapitän Ben Bierwisch durch, während Kjell Molzen in den Sätzen zwei und drei durch Aaron Neumann ersetzt wurde. In der Mitte wurden Melf Urban, Peer Lindemann und für ihn im Durchgang vier Joscha Kunstmann eingesetzt. „Wir hatten mit Ausnahme des guten zweiten Satzes riesige Probleme in der Annahme, der Angriff konnte sich nicht durchsetzen“, analysierte der Coach. Wenn jemand noch positiv zu erwähnen wäre, dann Neumann (50 Prozent Annahme in Position, vier Punkte bei fünf Schmetterbällen) sowie Urban, der aus acht Angriffen sieben Punkte machte. Während der sonst beste Scorer Torwie nur eine 33-prozentige Erfolgsquote am Netz hatte, war Bierwisch mit 16 Zählern bester Punktesammler der Gäste.

Tags drauf gab es gegen den stark polnisch geprägten Tabellendritten SV Schwaig ein 1:3 (25:22, 15:25, 17:25, 15:25). Mit 1:10 Stunden dauerte das Match genauso lang wie das vorherige in Mainz. In der Startsechs standen diesmal Kunstmann und Neumann. Der Mittelblocker machte im vierten Satz Platz für Lindemann, für den diesmal in der Annahme wie im Angriff enttäuschenden Neumann kam ab Satz drei Linus Hüger, der als einziger gut annahm (72 Prozent). Der Angriff war noch schlechter als am Vortag (nur 33 Prozent Erfolgsquote).

Der in beiden Matches vom jeweils gegnerischen Trainer zum MVP gewählte Ben Bierwisch wird für seine Leistungen belohnt. Am Mittwoch gehört er zum Team der United Volleys Frankfurt und es sieht so aus, als würde der Außenangreifer auch seine Europacup-Premiere auf dem Feld feiern können. Da der Bundesligist die Außenangreifer Floris van Rekom aus den Niederlanden und Luke Smith aus Australien durch Verletzung verlor und der neu verpflichtete Holländer Ewoud Gommans im CEV-Cup nicht eingesetzt werden kann, da er in der laufenden Saison bereits in Frankreich im gleichen Wettbewerb gespielt hat, ist es durchaus denkbar, dass Ben gegen den Tabellenvierten der türkische Liga  Arkas Izmir zum Einsatz kommt. Spielbeginn in der Fraport Arena ist um 19.30 Uhr.



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