Mit etwas Glück wären zwei Siege drin gewesen
  12.10.2021

Beide VJF-Teams zeigen starke Leistungen, müssen aber noch reifen

Gegen Rüsselsheim fehlt nur die Konstanz

Hört man ein 0:3, sieht es nach einer klaren Niederlage. Doch weit gefehlt. Das Team Volleyball Jugend Frankfurt lieferte der TG Rüsselsheim II einen offenen Schlagabtausch. Ein Gewinn wäre allemal drin gewesen. "Schade, wir waren zwei Sätze lang wirklich stark", bedauerte Trainer Dominic von Känel, dem vor allem das Spiel ohne Ball gefiel. "Die Jungs verstehen es, das Spiel zu lesen. Die Blocksicherung war super." Doch die fehlende Konstanz war Schuld, dass die Gastgeber nach knapp eineinhalb Stunden mit 25:27, 29:31, 17:25 den kürzeren zog. Dominic von Känel ließ diesmal seine Formation mehr oder weniger durchspielen. Diagonal zum starken Steller Philipp Hornung spielte Felix Hemmer, außen griffen und nahmen an Thoralf Schmelzer und Moritz Selle, in der Mitte agierten Maximilian König und Arthur Breburda, der im dritten Satz Darius Diefenbach Platz machte, Libero war Leo Bernsmann, der vom gegnerischen Trainer als MVP ausgesucht. Ein Lob verdienten sich auch die drei eingesetzten Mittelblocker.

Die Frankfurter startete mit zu vielen Fehlern, wollten den Gegner mit der Brechstange in die Knien zwingen. Bei 7:12 nahm der Coach eine Auszeit, beruhigte den Übermut seiner Spieler, die bei 23:23 erstmals den Gleichstand erreichten. Der zweite Satz war das genaue Gegenteil. Die Gastgeber lagen ständig vorne, gaben nach einer 23:20-Führung aber vier Punkte in Folge ab. "Im dritten Satz haben dann einige mit sich selbst gekämpft, andere haben resigniert", schilderte der Coach.

Sonderlob für Debütanten Filippides und Vilkner

Zuvor erkämpfte sich die VJF-Regionalliga-Vertretung in ihrem zweiten Match den zweiten Punkt. Gegen die hoch favorisierte Mannschaft SG Rodheim fehlte nach zweieinviertel Stunden nur etwas Glück zum Sieg. Die 2:3 (20:25, 25:21, 25:23, 18:25, 13:15) muss man aus Frankfurter Sicht dennoch als ein Plus verbuchen. Denn dies traute man den Youngstern (Altersschnitt 16,5 Jahre) gegen die Routinier um Tim Wacker, Andreas Zander, die im Schnitt auf genau 30 Jahre mehr als die Internatler kamen, zu diesem Zeitpunkt der Saison absolut nicht zu. Von Känel brachte wieder eine völlig neue Startsechs aufs Feld, wechselte auch fleißig Satz für Satz aus. "Sicher  geht das Zusammenspiel deswegen ein wenig flöten. Doch unsere Philosophie und Priorität ist die Ausbildung, nicht die Siege", erklärt der Coach, der den "Küken" Tobias Vilkner und Jean-Christophe Filippidis, beide erst 15, ein Sonderlob zollte. Als besten Spieler seiner Mannschaft bezeichnete er ebenso wie der gegnerische Trainer Fynn Krämer, der mit 18 Punkten bester Scorer seines Teams war und in der Annahme 69 Prozent der Bälle gut zum Steller brachte, sich dabei in 36 Annahmen nur zwei Fehler geleistet hat. Zweistellig scorten noch Thoralf Schmelzer (12), Filippidis (12) und Damian Baker (10). Schmelzer überzeugte auch in der Annahme (64 Prozent zum Steller, 50 Prozent perfekt). Im Block war am erfolgreichsten Keanu Reuss (3 Punkte), am Aufschlag gelangen Breburda drei Asse.

Die Aufzählung deutet die Ausgeglichenheit der Frankfurter an. Bei Rodheim drehte sich hingegen alles um einzelne Spieler. René Martin machte 25 Punkte, darunter sechs mit Assen und kam in der Annahme auf 62 Prozent Erfolg. Übertroffen wurde er noch vom Libero Morris Liebster, der unglaubliche 81 Prozent seiner Annahmen positionsgerecht zum Steller brachte. Moritz Sachs machte 17 Punkte, Tim Wacker zehn.


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